Suchst du nach einer Vertragsform, die dir maximale Flexibilität bei Änderungen des Projektumfangs und des Budgets bietet? Dann könnte Time & Materials Vertrag (Abrechnung nach Aufwand) genau das Richtige für dich sein!
Ein Time & Materials Vertrag (T&M) ist eine Vereinbarung, bei der sich der Auftraggeber verpflichtet, den Auftragnehmer auf Basis der für das Projekt aufgewendeten Zeit sowie der dabei verwendeten Materialien zu bezahlen.
In diesem Artikel erfährst du mehr über folgende Themen:
- Was T&M genau ist,
- Welche Inhalte ein solcher Vertrag umfassen sollte,
- Wann du dich für T&M entscheiden solltest und
- Was die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser Abrechnungsform sind.

Was ist Time & Materials (T&M)?
Die offizielle Definition des Begriffs liefert das US Government Accountability Office (GAO). Dieser Definition zufolge sind T&M Verträge, bei denen „Zahlungen an Auftragnehmer basierend auf der Anzahl der abgerechneten Arbeitsstunden zu festen Stundensätzen und, falls zutreffend, anderen direkten Kosten erfolgen“.
Wie die meisten anderen Verträge wird T&M in der Regel zwischen zwei Parteien geschlossen: dem Auftragnehmer und dem Kunden.
Um sicherzugehen, dass du die Bedeutung von T&M vollumfänglich verstehst, haben wir uns an den Branchenexperten Greg Batista gewandt, um tiefere Einblicke in das Thema zu erhalten.
Greg ist CEO und Gründer von G. Batista Engineering & Construction. Er definiert Time & Materials wie folgt und warnt gleichzeitig vor den Gefahren eines unsachgemäßen Kostenmanagements:

“Der Kunde erstattet dem Auftragnehmer die von den Mitarbeitern aufgewendete Zeit sowie die im Projekt verwendeten Materialien, wobei die Abrechnung häufig über detaillierte Rechnungen erfolgt. Diese Art von Vertrag wird oft genutzt, wenn der Leistungsumfang unklar ist oder sich ändern kann, da sie beiden Parteien Flexibilität bietet. Allerdings kann dies ein Risiko für den Kunden darstellen, wenn die Kosten nicht gut kontrolliert werden, da die Endabrechnung im Vergleich zu einem Festpreisvertrag höher ausfallen kann.”
Time-&-Materials-Verträge werden überwiegend im Bauwesen eingesetzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Branchen nicht auch von dieser Art der Vereinbarung profitieren können. Aufgrund ihrer Flexibilität kann eine Time-&-Materials-Abrechnung in Branchen wie den folgenden genutzt werden:
- Beratung,
- Softwareentwicklung,
- Marketing,
- Grafikdesign und
- Forschungsprojekte.
Was ist der Unterschied zwischen Festpreisverträgen und Time-&-Materials-Verträgen?
Der Festpreisvertrag ist die am häufigsten verwendete Vertragsart im Bauwesen. In manchen Fällen ist es jedoch die deutlich bessere Wahl, sich für einen Time-&-Materials-Vertrag (T&M) zu entscheiden.
Wir gehen die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden Vertragsarten durch, um dir bei der Entscheidung zu helfen, welcher Typ besser zu deinem Projekt und deinen Bedürfnissen passt.
Wie der Name schon sagt, enthalten Festpreisverträge den Endpreis für die Bauleistungen und das Projekt, der keinen Änderungen unterliegt. Im Gegensatz zu Time-&-Materials-Verträgen sind hier der Projektpreis, die Fristen, der Zeitplan und der Leistungsumfang fest vorgegeben.
Bei Festpreisverträgen kennen die Auftragnehmer ihren exakten Gewinn bereits vor Projektbeginn, während die Kunden genau wissen, wie lange ihr Projekt dauern wird und wie hoch die exakten Kosten sein werden.
Laut der US General Services Administration (GSA) sieht ein Festpreisvertrag „einen Preis vor, der keiner Anpassung auf der Grundlage der Kostenerfahrungen des Auftragnehmers bei der Durchführung des Vertrags unterliegt.“
Mike Schmidt, ein Anwalt von Schmidt and Clark LLP, hebt die engere Abstimmung zwischen Kunde und Auftragnehmer als entscheidenden Unterschied zwischen einem Festpreis- und einem Time-&-Materials-Vertrag hervor:

„Im Gegensatz zu Festpreisverträgen, bei denen ein fester Betrag unabhängig von Änderungen im Umfang oder bei den Ausgaben vereinbart wird, bieten Time-&-Materials-Verträge einen flexibleren Ansatz. Sie ermöglichen eine transparente Abrechnung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und der verwendeten Materialien und sorgen so für eine engere Übereinstimmung zwischen den Bedürfnissen des Kunden und dem Einsatz des Dienstleisters.“
Vergleich: Festpreis vs. Time & Materials (T&M)
| Festpreisverträge | Time & Materials (T&M) |
|---|---|
| Der Preis steht fest. | Der Preis ist vorab unklar. |
| Die Deadline ist festgesetzt. | Die Fristen sind flexibel. |
| Wenig Spielraum für Änderungen an Zeitplan und Umfang. | Zeitplan und Umfang lassen sich leichter anpassen. |
| Auftragnehmer kennen ihren exakten Gewinn. | Der Gewinn ist für Auftragnehmer weniger gewiss. |
| Kunden haben ein festes Budget. | Das Budget der Kunden kann sich ändern. |
Aus welchen Komponenten besteht ein Time-&-Materials-Vertrag?
Anstatt eines Gesamtpreises für das ganze Projekt bedeutet ein T&M-Vertrag, dass sich die Parteien über die entscheidenden Elemente des Projekts einigen müssen, während die meisten anderen Aspekte flexibel bleiben.
Es gibt 10 wesentliche Komponenten, die jeder Time-&-Materials-Vertrag enthalten sollte:
- Leistungsumfang,
- Arbeitsstundensätze,
- Materialaufschlag,
- Gemeinkosten,
- Zahlungsmeilensteine,
- Maximale Arbeitsstunden,
- Kostendeckelungsklausel,
- Prozess für Änderungsaufträge,
- Vertragsbruch-Klausel und
- Haftungsausschlüsse.
Komponente #1: Leistungsumfang
Obwohl Time-&-Materials-Verträge Flexibilität beim Leistungsumfang ermöglichen, müssen bestimmte Aspekte bereits vor Projektbeginn definiert werden.
Schmidt erklärt, wie wichtig es ist, bei der Definition des Leistungsumfangs ins Detail zu gehen:

„Es ist entscheidend, den Leistungsumfang klar zu definieren und die spezifischen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Ziele zu umreißen. Dies hilft, Missverständnisse und Streitigkeiten im späteren Verlauf zu vermeiden.“
Hier sind die wichtigsten Punkte, die du in den Leistungsumfang aufnehmen solltest:
- Zentrale Projektergebnisse,
- Projektphasen,
- Geschätzter Zeitplan und Meilensteine,
- Deliverables (Inklusive der wichtigsten Ergebnisse und Berichte, die den Aufwand an Arbeit und Material für diese Ergebnisse belegen), und
- Berichts- und Dokumentationsprozess.
Sobald sich beide Parteien auf den Leistungsumfang geeinigt haben, kann ein Time-&-Materials-Auftragnehmer die Kosten und die Dauer des Projekts schätzen. Zudem müssen sich die Parteien über die wichtigsten Ergebnisse und deren Dokumentation einig sein, um sicherzustellen, dass das Projekt im vereinbarten Rahmen bleibt.
Komponente #2: Arbeitsstundensätze
Schmidt merkt an, dass die Arbeitsstundensätze die Sätze des gesamten beteiligten Personals umfassen sollten:

„Der Vertrag sollte eine detaillierte Aufschlüsselung der Arbeitsstundensätze enthalten, einschließlich der Stundensätze für die verschiedenen Personalkategorien, die am Projekt beteiligt sind.“
Ein guter T&M-Vertrag muss also die Stundensätze jedes einzelnen Mitarbeiters enthalten – einschließlich aller Personen, die in der Verwaltung und im Projektmanagement tätig sind. Zu guter Letzt muss auch der Auftragnehmer (als Projektleiter) seinen eigenen Stundensatz angeben.
Einige Auftragnehmer kalkulieren ihren Gewinnaufschlag direkt in ihre Stundensätze ein. Andere behandeln den Gewinn als separates Element. Je nach Auftragnehmer kann ein Time-&-Materials-Vertrag also entweder Stundensätze enthalten, in denen der Gewinn bereits enthalten ist, oder den Gewinn als separaten Posten ausweisen.
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Arbeitskosten können ziemlich schwierig zu berechnen sein. Erfahre hier, wie du direkte und indirekte Arbeitskosten schätzt:
Komponente #3: Der Materialaufschlag
In einem Time-&-Materials-Vertrag stehen die endgültigen Preise für die Materialien erst ganz am Ende des Projekts fest.
Die Materialkosten setzen sich in der Regel wie folgt zusammen:
- Materialpreise,
- Transportkosten,
- Steuern und
- Aufschlag des Auftragnehmers.
Die meisten dieser Punkte lassen sich vor Projektbeginn nur schwer genau beziffern.
Der einzige Aspekt, der fast immer im Vertrag festgelegt wird, ist der Materialaufschlag Dieser liegt üblicherweise bei 10 % der Materialkosten und stellt die Vergütung des Auftragnehmers für die Beschaffung und Handhabung der Materialien dar.
Komponente #4: Gemeinkosten
Eine Time-&-Materials-Vereinbarung sollte auch die Gemeinkosten enthalten. Der sogenannte „Overhead“ sind die Kosten, die für den Betrieb des gesamten Bauunternehmens (oder Betriebs) anfallen, unabhängig von der konkreten Arbeit auf der Baustelle. Dazu gehören Kosten wie:
- Verwaltungsausgaben,
- Kosten für temporäre Einrichtungen und
- Mietkosten für Ausrüstung.
Obwohl auch diese Komponente nach Projektbeginn Änderungen unterworfen sein kann, ist es ratsam, zumindest eine grobe Schätzung der erwarteten Gemeinkosten im Vertrag anzugeben.
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Komponente #5: Zahlungsmeilensteine
Da die Gesamtkosten des Projekts bis zum Abschluss unbekannt bleiben, kann die Bezahlung bei einem Time-&-Materials-Vertrag auf zwei Arten erfolgen:
- Nach Projektabschluss und
- Während des laufenden Projekts (Abschlagsrechnungen)
Wenn ihr euch für die schrittweise Abrechnung entscheidet, solltet ihr Zahlungsmeilensteine in den Vertrag aufnehmen. Meilensteine sind Abschlagszahlungen, die an den Auftragnehmer geleistet werden, während die Arbeit voranschreitet.
Ein Beispiel: Du leistest die erste Zahlung, sobald die Projektinitiierungsphase (die erste Phase) abgeschlossen ist. Die zweite Zahlung erfolgt nach Abschluss der zweiten Bauphase, die dritte nach der Installation der Versorgungstechnik (wie Elektro- und Sanitärinstallationen) und so weiter. In diesem Fall entsprechen die Zahlungsmeilensteine dem Abschluss spezifischer Projektphasen.
Komponente #6: Maximale Arbeitsstunden
In einem Time-&-Materials-Vertrag stellen die maximalen Arbeitsstunden die Obergrenze für die Anzahl der Stunden dar, die die Mitarbeiter an dem Projekt arbeiten dürfen. Diese Komponente hilft dabei, die Unwägbarkeiten des Projekts abzufangen, da sie sicherstellt, dass du als Kunde nicht zu viel für Arbeitsstunden bezahlst, die durch eine ungewollte Projektverlängerung entstehen.
Sollte das Projekt jedoch sehr unvorhersehbar sein, können die Parteien eine Anpassungsklausel für das Stundenlimit hinzufügen. Diese Klausel ermöglicht Änderungen an den maximalen Arbeitsstunden, sobald beide Parteien zustimmen, dass die Änderung für den Erfolg des Projekts notwendig ist.
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Komponente #7: Kostendeckelungsklausel
Eine Kostendeckelungsklausel (NTE) stellt die Obergrenze für die Gesamtkosten des Projekts dar. Sie wird in der Regel festgelegt, indem die Projektkosten in der Anfangsphase geschätzt werden, wobei ein gewisser Puffer für unerwartete Ausgaben während der Projektdurchführung eingeplant wird.
Die NTE-Klausel dient dazu, dich als Kunden davor zu schützen, dass das Projekt den Budgetrahmen völlig sprengt. Darüber hinaus schützt diese Klausel auch die Auftragnehmer.
Bei einem Time-&-Materials-Vertrag gehen die Auftragnehmer bei den Kosten in Vorleistung und lassen sich die Ausgaben später erstatten. Wenn sich beide Parteien auf den Höchstbetrag einigen, den ein Kunde bereit ist, für das Projekt zu zahlen, kann der Auftragnehmer potenzielle Rechtsstreitigkeiten vermeiden, die entstehen können, wenn ein Kunde sich weigert, die Kosten zu erstatten.
Komponente #8: Prozess für Änderungsaufträge
Diese Komponente gehört zu den am häufigsten übersehenen Punkten bei Time-&-Materials-Verträgen. Der Prozess für Änderungsaufträge besteht aus einem vorab festgelegten Verfahren für den Umgang mit jeglichen Änderungen an der ursprünglichen Vereinbarung bezüglich des Projektumfangs und des Budgets.
Da T&M-Verträge bewusst Raum für Projektänderungen lassen, ist es wichtig, den genauen Prozess festzulegen, den ein Auftragnehmer oder Kunde durchlaufen muss, wenn Änderungen vorgenommen werden.
Der Ablauf hängt vom jeweiligen Projekt ab, umfasst aber in den meisten Fällen folgende Schritte:
- Änderungsantrag (vom Kunden oder Auftragnehmer),
- Änderungsvorschlag: Enthält die Beschreibung, die Begründung und die Kosten der Änderung,
- Verhandlung des Vorschlags (zwischen Kunde und Auftragnehmer) und
- Schriftliche Genehmigung der Änderung durch beide Parteien.
Komponente #9: Vertragsbruch-Klausel
Ein entscheidender Teil eines jeden Vertrages ist die Vertragsbruch-Klausel.
Ihr Hauptzweck ist es, festzulegen, was passiert, wenn eine Partei gegen die Bedingungen der Vereinbarung verstößt oder ihre Verpflichtungen nicht erfüllt.
Die Vertragsbruch-Klausel umfasst in der Regel:
- Definition des Vertragsbruchs,
- Verfahren zur Mitteilung des Verstoßes,
- Heilungsfrist, ein Zeitraum, in dem der Verstoß korrigiert werden kann, bevor der Vertrag endgültig gekündigt wird,
- Regelungen für finanzielle Entschädigungen im Falle eines Bruchs und
- Verfahren zur Streitbeilegung (in einem Time-&-Materials-Vertrag umfasst dies üblicherweise Gerichtsverfahren, Schiedsverfahren oder Mediation).
→ Hinweis: Dies ist lediglich ein informativer Text. Um zu erfahren, was diese Klausel in deinem spezifischen Fall enthalten sollte, solltest du einen Rechtsexperten konsultieren.
Komponente #10: Haftungsausschlüsse
Haftungsausschlüsse sind zusätzliche Bestimmungen, die entweder den Kunden oder den Auftragnehmer schützen und deren Haftung in bestimmten Fällen begrenzen.
Die Art der Haftungsausschlüsse variiert je nach den beteiligten Parteien und dem Projekt. In den meisten Fällen geht es dabei um folgende Punkte:
- Eingeschränkte oder keine Gewährleistung des Auftragnehmers für die Qualität der vom Kunden ausgewählten Materialien,
- Kein garantierter Fertigstellungstermin oder Projektbudget bei Projekten, die zu unvorhersehbar sind,
- Risiko von Preisschwankungen, insbesondere bei Materialien und deren Transport und
- Verantwortung der Parteien, die Kommunikation aufrechtzuerhalten, genaue Informationen bereitzustellen und den rechtzeitigen Zugang zum Standort (z. B. der Baustelle) zu gewährleisten.
Wie rechne ich einen Time-&-Materials-Vertrag ab?
Ein Time-&-Materials-Vertrag bietet große Flexibilität bei der Abrechnung. Kunde und Auftragnehmer haben die Freiheit, einen Zahlungsplan zu vereinbaren, der für beide Seiten funktioniert.
Trotz dieser Flexibilität sollte eine Preisvereinbarung für Zeit und Material immer fest im Vertrag verankert sein – denn nur so ist sichergestellt, dass die Arbeiter für ihre geleistete Arbeit auch vollständig bezahlt werden.
Egal, auf welchen Zahlungsplan sich die Vertragsparteien einigen, ein Element bleibt bei einem T&M-Vertrag immer gleich: Der Auftragnehmer (oder ein für die Erfassung verantwortlicher Administrator) muss jede Ausgabe für Materialien und jede Arbeitsstunde, die in das Projekt fließt, genau erfassen. Dies garantiert dem Kunden einen klaren Überblick über alle Kosten, die erstattet werden müssen. Das Erfassen von Ausgaben und Arbeitsstunden kann eine zeitintensive Aufgabe sein. Glücklicherweise gibt es Tools, die diesen Prozess erheblich erleichtern – eines davon ist Clockify von CAKE.com.

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Mit dem Baubranche-Arbeitszeittabellen von Clockify kannst du:
- Arbeitsstunden erfassen,
- Abrechenbare Stunden basierend auf Stundensätzen berechnen,
- Ausgaben eintragen,
- Das System zumEin- und Ausstempeln nutzen und
- Berichte für Kunden exportieren.
Sobald alle Stunden erfasst sind, kannst du eine Rechnung mit allen abrechenbaren Zeiten und Ausgaben erstellen und sie dem Kunden vorlegen.

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Die Verwaltung von Zahlungen an Auftragnehmer kann eine Herausforderung sein. Hier sind einige einfache Schritte, die du bei der Bezahlung freier Mitarbeiter befolgen solltest:
Wann solltest du dich für einen Vertrag nach Zeit und Material entscheiden?
Verträge auf Basis von Zeit und Material bieten eine hohe Flexibilität in Bezug auf die Projektdauer und die gesamten Projektkosten.
Sich für eine Abrechnung nach Zeit und Material anstatt eines Festpreises zu entscheiden, ermöglicht sowohl Auftragnehmern als auch Kunden mehr Freiheit bei der Festlegung der Projektdetails, da kein fester Preis oder eine strikte Frist eingehalten werden muss.
Darüber hinaus muss eine solche Vereinbarung bei Änderungen des Projektumfangs nicht neu verhandelt werden, da sie hinsichtlich der Größe und des Zeitaufwands – zum Beispiel im Baugewerbe – sehr flexibel ist.
Ein Vertrag nach Zeit und Material ist also eine hervorragende Option, wenn es schwierig ist, einige oder alle dieser Elemente im Vorfeld zu bestimmen:
- Der Projektumfang,
- Die Projektdauer,
- Die genauen Projektkosten und
- Die spezifischen Projektdetails.
Was sind Beispiele für Verträge nach Zeit und Material?
Bauarbeiten an Altbauten sind oft unvorhersehbar, da man den Zustand des Gebäudes vor Projektbeginn kaum verlässlich bestimmen kann. Beispielsweise könnten Leitungen veraltet sein oder Fäulnis und Schäden an Wänden und Böden weitaus größer ausfallen, als es zunächst den Anschein hat.
Daher entscheiden sich Auftragnehmer meist für einen T&M-Vertrag, um mehr Spielraum für Änderungen bei der Dauer und den Kosten der Bauarbeiten zu haben.
Wenn ein Kunde beispielsweise ein historisches Gebäude renovieren oder den Originalzustand eines Altbaus bewahren möchte, ist es wesentlich klüger, eine Abrechnung nach Zeit und Material zu wählen. Alte Installationen sind unberechenbar, und man weiß nie, auf welche Herausforderungen ein Auftragnehmer während der Sanierungsphase stoßen wird.
Zudem ist es wahrscheinlich, dass ein historisches Gebäude einzigartige Anforderungen an die Restaurierung und Denkmalpflege stellt, mit denen der Auftragnehmer zuvor noch nie konfrontiert war. Dadurch wären die Kosten und der gesamte Ablauf nahezu unmöglich vorherzusagen – ein Festpreisvertrag ist in diesem Fall also nicht die beste Wahl.
Ein weiteres Beispiel für eine Situation, in der ein T&M-Vertrag ideal ist, ist der Bau eines individuell gestalteten Gebäudes mit vielen außergewöhnlichen Merkmalen und Designs. Solch komplexe Details machen es schwierig, die Kosten im Vorfeld zu schätzen oder zu prognostizieren.
Wenn Kunden ihr Eigenheim zudem vollständig individuell gestalten möchten, neigen sie eher dazu, während des Prozesses Änderungen anzufragen. Ein Vertrag nach Zeit und Material ermöglicht eine stärkere Einbindung des Kunden und flexiblere Anpassungen, da die Projektdauer und die Kosten nicht starr festgelegt sind.
Tipps für die Erstellung eines Vertrags nach Zeit und Material
Gehen wir einige entscheidende Tipps für T&M-Verträge durch, die dir helfen, häufige Fehler zu vermeiden, bevor du ein solches Rechtsdokument unterzeichnest.
Tipp #1: Erwartungen klar definieren
Die Flexibilität eines T&M-Vertrags kann zu Missverständnissen führen, wenn die Erwartungen und Ziele für den Kunden und den Auftragnehmer nicht eindeutig sind.
Deshalb ist es ratsam, den Leistungsumfang und die Ziele, die während des Projekts erreicht werden sollen, fest in den Vertrag aufzunehmen.
Tipp #2: Detaillierte Aufzeichnungen führen
Das Führen detaillierter Aufzeichnungen ist bei einem Vertrag nach Zeit und Material unerlässlich.
Schmidt erklärt, dass eine Einigung darüber, wie diese Aufzeichnungen geführt werden, die Genauigkeit sicherstellt:

„Es sollte ein Mechanismus zur Erfassung und Berichterstattung von Zeiten und Ausgaben etabliert werden, um eine genaue Dokumentation für Abrechnungszwecke zu gewährleisten.“
Aufzeichnungen über die geleisteten Arbeitsstunden, das verwendete Material und Informationen über alles andere, was in das Projekt eingeflossen ist, stellen sicher, dass der Kunde die Projektkosten nachvollziehen kann und der Auftragnehmer angemessen vergütet wird.
Tipp #3: Realistischen Zeitplan und Budget festlegen
Ein T&M-Vertrag lässt zwar Spielraum für Änderungen während des Projekts, aber das bedeutet nicht, dass du keine Zeit in die Recherche für die ursprünglichen Budget- und Zeitplan-Schätzungen investieren solltest.
Dies hilft dabei, rechtliche Probleme zu vermeiden, falls ein Kunde mit dem Projektablauf unzufrieden ist – was oft dann passiert, wenn das Budget oder der Zeitplan von vornherein unrealistisch waren.
Tipp #4: Regelmäßig kommunizieren
Eine regelmäßige Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Auftragnehmer ist entscheidend, besonders wenn die Arbeit anfällig für Änderungen ist.
So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten über den Projektfortschritt sowie über potenzielle Probleme informiert sind, die während der Umsetzungsphase auftreten könnten.
Tipp #5: Regelmäßige Rechnungen senden oder anfordern
Neben der regelmäßigen Kommunikation ist der fortlaufende Austausch von Rechnungen eine weitere Möglichkeit, dem Kunden aktuelle Informationen über die Projektkosten zu liefern.
Batista empfiehlt eine wöchentliche oder monatliche Rechnungsstellung:

„Sende regelmäßig Rechnungen (wöchentlich oder monatlich), um deinen Kunden auf dem Laufenden zu halten und den Cashflow zu sichern. Stelle sicher, dass sie zeitnah nach dem jeweiligen Abrechnungszeitraum versendet werden, um eine pünktliche Zahlung zu ermöglichen.“
Darüber hinaus stimmte Schmidt der Bedeutung einer regelmäßigen Rechnungsstellung zu und betonte, dass diese gut strukturiert und detailliert sein sollte:

„Diese Informationen sollten in gut strukturierten Rechnungen zusammengefasst werden, die die Art der Arbeit, die aufgewendeten Stunden und die verwendeten Materialien genau angeben. Transparenz bei der Abrechnung fördert das Vertrauen und minimiert potenzielle Unstimmigkeiten.“
Tipp #6: Auf Genehmigung warten, bevor Änderungen vorgenommen werden
Wenn du ein Verfahren für Nachtragsangebote in deinen Vertrag aufnimmst, musst du einen detaillierten Prozess durchlaufen, bevor Änderungen am Projekt vorgenommen werden.
Falls du dich gegen eine solche Klausel entscheidest, ist es dennoch wichtig, vor jeder Änderung eine Genehmigung einzuholen.
Für Auftragnehmer ist die Zustimmung des Kunden unerlässlich, da dieser die endgültige Entscheidung über sein Projekt trifft. Umgekehrt sollten Kunden bei Änderungswünschen den Auftragnehmer konsultieren, da dieser als Experte den Bauprozess weitaus besser versteht.
Tipp #7: Einen Rechtsexperten konsultieren
Es ist immer ratsam, vor der Unterzeichnung eines Vertrags einen Rechtsexperten zu konsultieren – unabhängig von der Art des Dokuments.
Bei einem Vertrag nach Zeit und Material (T&M) ist dieser Schritt jedoch essenziell. So stellst du sicher, dass du vor der Unvorhersehbarkeit geschützt bist, die ein solcher Vertrag mit sich bringen kann.
Was sind die Vorteile des T&M-Vertrags?
Verträge nach Zeit und Material sind eine hervorragende Option für Projekte, die mehr Flexibilität und Transparenz erfordern. Hier sind die wichtigsten Vorteile:
Vorteil #1: Flexibilität bei Projektänderungen und Projektdauer
Der wichtigste Vorteil eines T&M-Vertrags ist seine Flexibilität. Sowohl der Projektumfang als auch die Dauer und das Budget können in einem T&M-Vertrag jederzeit angepasst werden.
Dadurch lassen sich Verzögerungen oder auftretende Probleme weitaus einfacher verwalten und bewältigen.
Vorteil #2: Mehr Projektkontrolle für Kunden
Kunden, die den Bauprozess aktiv beeinflussen und verändern möchten, sollten sich für einen T&M-Vertrag entscheiden. Sein Wesen erlaubt es, das Projekt während der gesamten Laufzeit individuell an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen.
Dennoch sollten Kunden – unabhängig vom Ausmaß der gewünschten Änderungen – immer zuerst Rücksprache mit den Auftragnehmern halten, da diese mit dem Bauablauf weitaus besser vertraut sind.
Vorteil #3: Transparenz bei Arbeit und Budget
Die Qualitätssicherung ist bei einer Vereinbarung nach Zeit und Material wesentlich einfacher. Das liegt daran, dass dieser Vertragstyp es den Kunden ermöglicht, in jeden Schritt des Prozesses eingebunden zu sein. Sie können den Entscheidungsprozess überblicken und sowohl die Ausgaben als auch den Arbeitsaufwand des Projekts nachvollziehen.
Kunden, die Wert auf mehr Transparenz und Verantwortlichkeit legen, sind daher mit einem T&M-Vertrag besser beraten.
Vorteil #4: Budgetflexibilität
Eine fortlaufende Abrechnung ist typisch für einen T&M-Vertrag, da sie es dem Kunden ermöglicht, die Kosten in jeder Phase des Projekts zu verstehen.
Die Flexibilität im Budget kann auch für Auftragnehmer von Vorteil sein. Sie haben die Möglichkeit, während der Umsetzungsphase des Projekts neue Bauideen oder alternative Funktionen vorzuschlagen, die sich als noch bessere Option erweisen könnten.
Vorteil #5: Einfachere Verhandlungen vor Projektbeginn
Viele wichtige Projektelemente wie die Fristen und Kosten sind bei der Unterzeichnung eines T&M-Vertrags noch nicht abschließend festgelegt.
Die Verhandlungen zwischen dem Kunden und dem Auftragnehmer gestalten sich meist wesentlich einfacher, da sich die Parteien bezüglich des Budgets, der Fristen oder sogar des Projektumfangs nicht auf jedes Detail festlegen müssen. Sie können sich auf bestimmte Aspekte des Projekts einigen und die nächsten Schritte entscheiden, während das Projekt bereits läuft.
Was sind die Nachteile des T&M-Vertrags?
Obwohl ein T&M-Vertrag viele Vorteile bietet, gibt es auch einige Nachteile – insbesondere bei bestimmten Arten von Projekten.
Nachteil #1: Schwierigkeiten bei der Erfassung von Zeit und Material
Bei einem Vertrag nach Zeit und Material werden die Mitarbeiter basierend auf der für ein Projekt aufgewendeten Zeit und den verwendeten Materialien bezahlt. Daher muss jede Stunde und jede Ausgabe akribisch erfasst werden, um sicherzustellen, dass jeder fair entlohnt wird.
Dies kann ein recht mühsamer Prozess sein und bringt oft zusätzliche Kosten für die Verwaltung und eine ordnungsgemäße Erfassung mit sich.
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Eine ordnungsgemäße Zeiterfassung ist für das Projektmanagement bei T&M-Verträgen unerlässlich. Hier sind weitere Vorteile der Zeiterfassung für dein Projektmanagement:
Nachteil #2: Fehlende Anreize für die Effizienz der Mitarbeiter
Einer der Hauptnachteile von T&M-Verträgen besteht darin, dass sie oft keinen klaren Projektumfang und keinen verbindlichen Zeitplan enthalten. Wenn es keine Fristen oder Begrenzungen des Umfangs gibt, fehlt den Mitarbeitern der Anreiz, ihre Arbeit effizient zu beenden. Mehr noch: Sie könnten sogar dazu verleitet werden, länger zu arbeiten, um mehr Stunden abrechnen zu können.
Glücklicherweise enthalten viele T&M-Verträge heutzutage Klauseln über Kostenobergrenzen oder Höchststundenzahlen, um genau dies zu verhindern.
Nachteil #3: Kostenunsicherheit
Die Flexibilität im Budget ermöglicht zwar mehr Freiheit bei Entscheidungen, bringt aber auch eine große Unsicherheit mit sich.
Deshalb besteht immer das Risiko, dass das Projekt für den Kunden zu teuer wird.
Nachteil #4: Gewinnunsicherheit
Ohne spezifische Klauseln, die diesen Punkt regeln, können T&M-Verträge eine Gewinnunsicherheit für Auftragnehmer mit sich bringen. Dies ist ein erhebliches Risiko, falls ein Vertrag keine festen Sätze für Materialaufschläge und Gewinnspannen enthält.
Wenn beispielsweise die Lohnkosten während der Bauphase steigen, können diese einen großen Teil der für den Auftragnehmer vorgesehenen Einnahmen verschlingen und den kalkulierten Gewinn schmälern.
Nachteil #5: Abhängigkeit von Vertrauen
Bei einem T&M-Vertrag muss der Kunde darauf vertrauen, dass der Auftragnehmer die Kosten und Arbeitsstunden wahrheitsgemäß angibt.
Andererseits müssen Auftragnehmer darauf vertrauen, dass der Kunde sie vergütet, ohne dass rechtliche Schritte eingeleitet werden müssen – was eine kostspielige Option sein kann.
Fazit: Schütze dich vor Unwägbarkeiten, um von den Vorteilen eines T&M-Vertrags zu profitieren
Ein Vertrag nach Zeit und Material ist ideal für Kunden, die mehr Flexibilität beim Budget und beim Projektumfang wünschen. Er kann jedoch eine gewisse Unvorhersehbarkeit mit sich bringen, wenn es um die Kosten und die Projektdauer geht.
Durch die Aufnahme wichtiger Bestandteile wie Höchststundenzahlen und Kostenobergrenzen können sowohl Kunden als auch Auftragnehmer die Vorteile eines flexiblen Vertrags genießen – ohne die Sorge, das Budget zu überschreiten oder mit rechtlichen Problemen konfrontiert zu werden.
Darüber hinaus hilft der Einsatz erstklassiger Tools zur Ausgaben- und Zeiterfassung, ein tiefgreifendes Verständnis für den Arbeitsaufwand und die Projektkosten zu gewinnen. Dies stellt sicher, dass alle Beteiligten bestens informiert sind und angemessen für ihre Arbeit vergütet werden.
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